Kinder beim Zahnarzt

Zahnputzzeit … ist soweit … Zahnputzzeit … ist soweit.

Eine sorgfältige, regelmäßige Pflege der Milchzähne ist ein wichtiger Aspekt in der Fürsorge und der Erziehung von Kindern bis in das Grundschulalter hinein.

Noch vor dem Durchbrung der ersten Zähnchen empfiehlt es sich, den Säuglingen Beißringe und dergleichen zu geben. Diese Kombination aus sensorischer und motorischer Erfahrung ist offenkundig ein wichtiger Schritt in der neuronalen Entwicklung und hilft überdies, typische Zahnungsbeschwerden zu lindern.

Die kleinen Milchzähne sollten ab dem Durchbruch des ersten Zahnes regelmäßig mit einer Kleinkinderzahnbürste und etwas Kinderzahncreme gereinigt werden. Die ersten Wochen kann dies einmal täglich geschehen, so früh wie möglich sollte man aber auf zweimal täglich wechseln. Nicht um die Kinder zu ärgern, sondern um sie früh an eine gewisse Regelmäßigkeit zu gewöhnen. Überdies sollte beim Zähneputzen vieles erlaubt sein: Mehrere Zahnbürsten in unterschiedlichen Farben, zwei oder drei Zahncremes – so geben Sie Kindern ab ca. 1,5 bis 2 Jahren die “Möglichkeit” auf das Zähneputzen aktiv Einfluß zu nehmen … ohne dabei das eigentliche Ziel – das Putzen – in Frage zu stellen. Und: Vorbild sein ist wichtig. Lassen Sie Ihre Kinder zusehen, wie Sie selbst auch spontan tagsüber putzen.

Ab wann sollte ein Kind zum Zahnarzt?

Gerne frühzeitig, bewährt hat sich ein erster Besuch etwa ab dem 3. Lebensjahr – so ist bereits etwas Kommunikation möglich. Sollte es Probleme mit dem Zähneputzen geben, so können Sie jederzeit früher kommen. Spätestens mit 4 sollte es zum ersten Mal beim Zahnarzt gewesen sein.

Auf folgende Aspekte legen wir daher besonderen Wert:

Ein Kind soll zahnmedizinische Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen als etwas normales und positives kennenlernen. Es soll keine Assoziationen zu “Schmerz” oder “Angst” bilden und es soll sich vollkommen ernst genommen fühlen!
Sollte eine Behandlung notwendig sein, bekommt ein Kind so früh wie möglich die Abläufe der Behandlung in einer kindgerechten Sprache erklärt (Bohrer = Zahnbürste, Wasserspray = Zahndusche, Betäubung = Zahnschlafmittel, etc.).
Zu Beginn jeder Behandlung wird ein für das Kind klar verständliches Ziel formuliert (“Wir müssen heute diesen kleinen Milchzahn sauber machen”). Wird das Ziel erreicht darf sich das Kind in Ruhe etwas schönes aus der “Schatzkiste” aussuchen.
Sollten wir das Gefühl haben, daß die emotionale Belastung für das Kind zu groß wird, so wird die Behandlung behutsam beendet – also nicht abrupt abgebrochen, sondern sinnvoll und langsam beendet. Und: Kein Kind wird mit Vorwürfen nach Hause geschickt.

Wichtig für alle Begleitpersonen von Kindern:

Ein Kind reagiert höchst sensibel auf die Gemütslage vertrauter Personen. Verwenden Sie daher KEINE negativ besetzten Wörter, wie “bohren”, “Zahn ziehen” oder “Spritze” (wirklich ganz wichtig!). Sagen Sie auch nicht “es müßte jetzt tapfer sein” – Kinder verstehen auch subtile Botschaften. Hier müssen Sie selst sehr aufmerksam agieren.

Auch wenn zuviele Personen auf sie einreden, fühlen sich Kinder schnell bedrängt. Die wesentliche Person mit dem ein Kind während der Behandlung in Kontakt stehen muss, ist der Behandler. Kinder sind immer sehr dankbar und entwickeln Vertrauen, wenn man sie auf ihre Weise ernst nimmt – echte Behandlungsverweigerer haben wir daher nur sehr, sehr selten.